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Autor: Abel Dewitz

Oktober/November 2021

Oktober/November 2021

Sofia Baronner: happycow
In der Reihe First Flush, der Kooperation zwischen dem Studiengang Experimentelle Gestaltung an der Hochschule Hannover und dem Kunstraum j3fm, präsentiert dieses Jahr die Studentin Sofia Baronner ihre Arbeiten.

Irritierende Erscheinungen sind Teil der künstlerischen Ideenfindung von Sofia Baronner. In ihrer Installation happycow nähert sie sich aus verschiedenen Perspektiven der industriell geprägten Landwirtschaft, in deren Mitte – zumindest im Milchland Niedersachsen – in der Werbung gerne Bilder von der glücklichen Kuh gezeichnet werden. Doch warum sollten die Schwarzbunte oder die Rotbunte, das braune Fleckvieh glücklich sein?

Sofia Baronners Installation ist ein ironisches Aufbegehren gegen Sphären kultureller Normen, die tief eintaucht in Gedanken darüber, wie eine industrialisierte Natur überhaupt noch intakt sein kann. Die junge Künstlerin greift in ihren Skulpturen, grafischen Arbeiten und in einer Animation die oberflächlichen Eindrücke einer Moderne auf, die nicht mehr objektiv, sondern nur noch als gefühlte Temperatur wahrgenommen werden kann, als eine Diskrepanz zwischen Schein und Sein. Welche Bedeutung hat dieses im Kanon der gesellschaftlichen Entwicklung des Menschen wichtige Nutztier denn heute noch für uns? Ohne eine politische Verquickung heraufzubeschwören, wie wir sie noch durch Klaus Staeck in seinem Plakat “Carstens reitet für Deutschland“ kennen, formt Sofia Baronner aus der Kuh eine oppositionelle Schönheit und wir sind angehalten hinzusehen auf die Mächtigkeit und Verletztheit dieses Tieres sowie die Aneignungen und Enteignungen von Körperlichkeiten durch den Menschen.
Sofia Baronner ist 1997 in Hannover geboren und studiert an der Hochschule Hannover Experimentelle Gestaltung. Zusammen mit Josephine Altmeyer gründete Sofia Baronner während des Studiums den Projektraum TANKE e.V.

Vernissage: Freitag,  15.10.2021   19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 15.10.- 14.11.2021

Öffnungszeiten: Sonntag 14.00-16.00 Freitag 19.00-20.30

Bitte beachten Sie, dass für den Besuch den Ausstellungsraumes die 3-G-Regeln gelten:
geimpft, genesen oder getestet

 

September/Oktober 2021

September/Oktober 2021

Schirin Fatemi : REFLEXIONEN
Malerei und Druckgrafik

Schirin Fatemi, die als Künstlerin in Mehrum bei Hannover und in Rom lebt und arbeitet, zeigt in dieser Ausstellung Werke, die das Verhältnis des Menschen zu natürlicher und kulturell geprägter Landschaft beleuchten. Dabei sind beide gleich fragil: die Menschen von der Natur, die verbleibende Natur vom Menschen abhängig.
Dieses wechselseitige Zusammenwirken im Spannungsfeld von Mensch und Natur ist ein zentrales Thema in ihren Arbeiten. Ihre Figuren schauen mit nachsinnendem Blick, sie betrachten, ertasten und suchen, ihre Blicke gehen in die Ferne, nach oben, in den Himmel, oder auf eine reflektierende Wasserfläche – es ist die Natur, die ihnen hier einen Spiegel vorhält und gleichzeitig ist die Natur immer stärker der Spiegel menschlicher Einwirkungen.
Es sind immer erlebte Situationen und selbst betretene Szenerien, aus denen diese Kompositionen entstehen. Vom ursprünglichen Motiv ausgehend entwickeln sich im Malprozess die Bildwelten in Farben und Formen in einer intensiven Farbigkeit, die subtil den realistischen Bezug verfremdet und überhöht. Mit den dabei entstehenden Neuentdeckungen in einem ständigen Dialog zu sein, ist Teil des künstlerischen Arbeitsprozesses.
Diese warme glühende Farbigkeit ihrer Arbeiten zieht auch den Betrachter in den Bann und
lädt ein, sich auf die Reflexionen einzulassen und sich dafür zu entscheiden, Teil dieser verzauberten Landschaften zu sein.

Vernissage: 17.9.2021- 19 Uhr
Die Ausstellung ist bis zum Sonntag, den 10.10. 2021 ganztägig durch das Schaufenster zu
sehen.
Öffnungszeiten:

freitags von 19.00-20.30

sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr.

Bitte beachten Sie, dass für den Besuch des Ausstellungsraumes die 3G-Regeln gelten:
Geimpft, genesen oder getestet.
Bitte Bescheinigungen/Apps bereithalten. Wir bitten auch im Außenbereich auf Abstand und
Maske zu achten.

August/September 2021

August/September 2021

Am Wochenende 4./5. September heißt es wieder von 12.00 bis 19.00 Uhr Zinnober und j3fm ist dabei.
Am Samstag um 17.30 gibt es eine Einführung in die neue Ausstellung und mit Sekt und Selters wird der j3fm-Preis an Mareike Poehling vergeben.
Achtung: Die Vernissage dieser Ausstellungfindet NICHT wie teilweise angegeben am Freitag, den 3.9., statt, sondern das Zinnoberwochenende ab Samstag 12.00 ist der Beginn dieser Ausstellung.
Bitte beachten Sie, dass für den Besuch des Ausstellungsraumes die 3-G-Regeln gelten: geimpft, genesen oder getestet.
Bitte Bescheinigungen bereithalten. Wir bitten auch im Außenbereich auf Abstand und Maske zu achten.
Mareike Poehling: Ausgelagerte Zustände
Installation.Im September zeigt der Kunstraum j3fm eine Ausstellung mit einer Installation der Künstlerin Mareike Poehling.
Sie erstreckt sich über beide Geschosse des Kunstraums.
Mit ausgelagerten Zuständen umschreibt Mareike Poehling das künstlerische Arbeiten als ein Hinausbringen, Hinstellen und zur Verfügung stellen von Innerem, von Gedanken, Betrachtungen, sprachlichen und vorsprachlichen.
Ausgelagerte Zustände aber meint auch das Auslagern eigener Zustände auf andere, auf Menschen, auf Gegenstände und damit verbundenen Projektionen des Eigenen: den eigenen Wahrnehmungen und Gefühlswelten. Die Resultate sind Improvisationen über ein unerschöpfliches Thema der Bildhauerei: Raum, der durch Material zugleich umschlossen, bestimmt und beseelt wird. Die Rauminstallationen von Mareike Poehling enthalten stets ein Netz aus Anspielungen und Verweisen, das sie aus vorgefundenen Gegenständen und aus ursprünglich funktional gedachten Objekten konstruiert. Diese Objekte aber haben längst jene Welt der Kausalität und Funktionalität überwunden, sie werden anders eingesetzt, geraten in neue Bindungen. Dabei wechseln sich Transparenz und Geschlossenheit ab und schaffen Perspektiven, die den Betrachter wie auf eine Entdeckungsreise auf engstem Raum mitnehmen. Der Weg führt vorbei an Dingen, die ihre ursprünglichen Funktionen nicht mehr ausfüllen, sondern deren Zusammenhang symbolhaft aufgeladen erscheint. Der Mensch darin aber ist nur ein Bestandteil dieses hermetischen Zusammenhangs aus Sichtbarem und Unsichtbarem.
Aus ihren ruhigen und äußerst konzentrierten feinsinnigen Reflexionen lässt Mareike Poehling Bilder entstehen, die sich weniger mit dem Äußeren der Dinge aufhalten, sondern die sofort einströmen in eine Welt, die unsere Gedanken und Gefühle beseelt.
Mareike Poehling erhält 2021 den j3fm Kunstpreis. Die Qualität ihrer Arbeiten und ihre künstlerische Entfaltung haben den j3fm Vorstand überzeugt und tief beeindruckt.
Mareike Pöhling ist 1981 in Hameln geboren. Sie hat von 2001-2007 Studium Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig studiert. Mareike lebt und arbeitet in Hannover.
Die Ausstellung ist bis zum Sonntag, den 12.9.2021 freitags von 19.00-20.30 und sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr zu sehen.
Juli/August 2021

Juli/August 2021

Die Kunst bei j3fm macht Sommerpause, aber zu sehen gibt es dennoch etwas:
den 24-Stunden-Schaufensterschoner. Er wird ausnahmsweise ohne den üblichen Eröffnungs-Umtrunk starten.
Ab  Feitag, 23.Juli:
Der 24-Stunden-Schaufensterschoner
mit über 300 Ausstellungsfotos

Und nach der Sommerpause eröffnen wir  die Ausstellung unserer diesjährigen Preisträgerin Mareike Poehling.
Diese Ausstellung beginnt (anders als üblich) am Freitag, den 3.9.2021. um 18.00 Uhr.
Am darauf folgenden Wochenende heißt es wieder Zinnober.

Juni/Juli 2021

Juni/Juli 2021

Rachel C. Walker, Jana De Troyer und Kelsey Cotton:
Aus Stille wird Klang

Installation und musikalisches Event

 

Für über drei Wochen ab 18.6.2021 verwandelt sich der Kunstraum j3fm in einen Experimentierraum für das Zusammenspiel von Kunst und Musik, das Komponieren, Üben, Proben, Schreiben von Texten. Rachel C. Walker, Jana De Troyer und Kelsey Cotton geben Einblicke in künstlerische Prozesse, die im Alltag eher unsichtbar sind.

„Aus Stille wird Klang“ ist eine Installation, die Arbeitsprozesse von Anfang bis zu Aufführung eines Schaufensterkonzerts präsentiert. Dieses findet 16. Juli statt. Die Künstlerinnen und Musikerinnen werden im Kunstraum für alle sichtbar, während sie für das Konzert arbeiten: von Meetings bis zum Proben, von Klangidee bis Klangerzeugung. Sie begrüßen Passanten, die am großen Schaufenster des j3fm-Kunstraums vorbeiflanieren, um durch das Fenster zu luken, um Einblick in die Konzertvorbereitungen zu erhalten. Diese Ausstellung entwickelt sich im Laufe des Monats täglich und bietet einen Einblick – ein Fenster – in den Arbeitsprozess der Künstlerinnen.

Am 16. Juli gibt es das Konzert bei j3fm mit Musik von Rachel Walker, J. De Troyer, Cotton, M. Applebaum, Aperghis. und der Kunstraum wird zum Performance-Raum: An diesem Tag verwandeln sich die Mitglieder des Ensembles „There is no air in Space“ selbst in eine lebendige Ausstellung, die über Lautsprecher Audiosignale auf die Straße senden. So können Passanten von der Straße aus sehen und hören, was im Raum passiert. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit, ein Konzert mit minimalem Infektionsrisiko zu geben, sondern auch eine Möglichkeit, sich der heutigen Herausforderung in der Kunst direkt zu stellen.

Die Künstlerinnen und Musikerinnen
TinaiS

„There is no air in Space“ ist ein zeitgenössisches Duo, das sich auf die Kreation, Aufführung und das Kurieren von dem Wunderlichen, Wilden und Wundervollen spezialisiert hat. TINAIS wurde von Jana De Troyer und Kelsey Cotton gegründet und wagt sich in neue Klangwelten und -räume, um die Grenzen von Saxophon und Stimme zu erkunden – zwei Instrumente, die von der Kraft des menschlichen Atems abhängen.

Individuell haben De Troyer und Cotton in Stilen von 80s Synth-Pop bis hin zur freien Improvisation und allem dazwischen gespielt. Zusammen haben sie ihre musikalische Erfahrung und Vielfalt in akustischen und elektronischen Konfigurationen auf Bühnen in ganz Europa gebracht.

TINAIS strebt danach, sich am Kern der neuen Musik zu bewegen und die musikalische Konvention durch unterschiedliche musikalische und performative Formen auf den Kopf zu stellen; das Duo bemüht sich ebenfalls um die Beauftragung, Programmierung und Aufführung von Musik durch Minderheiten und unterrepräsentierten kompositorischen Stimmen. „There is no air in Space“ bewegt sich gerade in Hamburg, Stockholm und im virtuelle Bereich.

Rachel C. Walker, Komponistin

Rachel C. Walker wurde 1994 in den USA geboren. Sie schreibt poetische, timbre-sensible Stücke, die sich aus ihrer intensiven Auseinandersetzung mit der chinesischen Volksmusik, der musikalischen Zeit und der Sprache ergeben. Ihre Musik wurde in den USA, China, Deutschland, Schweden, Portugal, Kanada, Kolumbien und Australien gehört, darunter absolvierte sie Auftritte auf den Festivals Mujeres en la Música Nueva, des Kuandu Arts Festival, des Svensk Musikvår, des Kalv Festivalen, der Bludenzer Tage zeitgenössischer Musik und Tage neuer Musik Regensburg. Zu ihren jüngsten Kompositionsaufträgen und Kooperationen gehören Stücke für Departure Duo, ELISION, Ensemble Temporum, Ensemble Adapter, ensemble recherche und andere.
Rachel studierte an der University of Cincinnati College-Conservatory of Music, am China Conservatory of Music, an der Tsinghua University (wo sie ein Schwarzman-Stipendium erhielt) und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Sie hat Aufenthaltsstipendien am Banff Centre for Arts and Creativity und der Britten Pears Foundation erhalten. In 2022 ist sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude.

Beginn der Ausstellung: 18.6.2021
Öffnungszeiten: ganztägig durchs Schaufenster
Konzert: 16.7.2021    18,00 Uhr

Neuigkeiten zum Projekt auch unter https://www.instagram.com/rcwcomposer   und
https://www.instagram.com/thereisnoairinspace

Das Projekt wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover gefördert.