Juli/August 2021

Juli/August 2021

Die Kunst bei j3fm macht Sommerpause, aber zu sehen gibt es dennoch etwas:
den 24-Stunden-Schaufensterschoner. Er wird ausnahmsweise ohne den üblichen Eröffnungs-Umtrunk starten.
Ab  Feitag, 23.Juli:
Der 24-Stunden-Schaufensterschoner
mit über 300 Ausstellungsfotos

Und nach der Sommerpause eröffnen wir  die Ausstellung unserer diesjährigen Preisträgerin Mareike Poehling.
Diese Ausstellung beginnt (anders als üblich) am Freitag, den 3.9.2021. um 18.00 Uhr.
Am darauf folgenden Wochenende heißt es wieder Zinnober.

Juni/Juli 2021

Juni/Juli 2021

Rachel C. Walker, Jana De Troyer und Kelsey Cotton:
Aus Stille wird Klang

Installation und musikalisches Event

 

Für über drei Wochen ab 18.6.2021 verwandelt sich der Kunstraum j3fm in einen Experimentierraum für das Zusammenspiel von Kunst und Musik, das Komponieren, Üben, Proben, Schreiben von Texten. Rachel C. Walker, Jana De Troyer und Kelsey Cotton geben Einblicke in künstlerische Prozesse, die im Alltag eher unsichtbar sind.

„Aus Stille wird Klang“ ist eine Installation, die Arbeitsprozesse von Anfang bis zu Aufführung eines Schaufensterkonzerts präsentiert. Dieses findet 16. Juli statt. Die Künstlerinnen und Musikerinnen werden im Kunstraum für alle sichtbar, während sie für das Konzert arbeiten: von Meetings bis zum Proben, von Klangidee bis Klangerzeugung. Sie begrüßen Passanten, die am großen Schaufenster des j3fm-Kunstraums vorbeiflanieren, um durch das Fenster zu luken, um Einblick in die Konzertvorbereitungen zu erhalten. Diese Ausstellung entwickelt sich im Laufe des Monats täglich und bietet einen Einblick – ein Fenster – in den Arbeitsprozess der Künstlerinnen.

Am 16. Juli gibt es das Konzert bei j3fm mit Musik von Rachel Walker, J. De Troyer, Cotton, M. Applebaum, Aperghis. und der Kunstraum wird zum Performance-Raum: An diesem Tag verwandeln sich die Mitglieder des Ensembles „There is no air in Space“ selbst in eine lebendige Ausstellung, die über Lautsprecher Audiosignale auf die Straße senden. So können Passanten von der Straße aus sehen und hören, was im Raum passiert. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit, ein Konzert mit minimalem Infektionsrisiko zu geben, sondern auch eine Möglichkeit, sich der heutigen Herausforderung in der Kunst direkt zu stellen.

Die Künstlerinnen und Musikerinnen
TinaiS

„There is no air in Space“ ist ein zeitgenössisches Duo, das sich auf die Kreation, Aufführung und das Kurieren von dem Wunderlichen, Wilden und Wundervollen spezialisiert hat. TINAIS wurde von Jana De Troyer und Kelsey Cotton gegründet und wagt sich in neue Klangwelten und -räume, um die Grenzen von Saxophon und Stimme zu erkunden – zwei Instrumente, die von der Kraft des menschlichen Atems abhängen.

Individuell haben De Troyer und Cotton in Stilen von 80s Synth-Pop bis hin zur freien Improvisation und allem dazwischen gespielt. Zusammen haben sie ihre musikalische Erfahrung und Vielfalt in akustischen und elektronischen Konfigurationen auf Bühnen in ganz Europa gebracht.

TINAIS strebt danach, sich am Kern der neuen Musik zu bewegen und die musikalische Konvention durch unterschiedliche musikalische und performative Formen auf den Kopf zu stellen; das Duo bemüht sich ebenfalls um die Beauftragung, Programmierung und Aufführung von Musik durch Minderheiten und unterrepräsentierten kompositorischen Stimmen. „There is no air in Space“ bewegt sich gerade in Hamburg, Stockholm und im virtuelle Bereich.

Rachel C. Walker, Komponistin

Rachel C. Walker wurde 1994 in den USA geboren. Sie schreibt poetische, timbre-sensible Stücke, die sich aus ihrer intensiven Auseinandersetzung mit der chinesischen Volksmusik, der musikalischen Zeit und der Sprache ergeben. Ihre Musik wurde in den USA, China, Deutschland, Schweden, Portugal, Kanada, Kolumbien und Australien gehört, darunter absolvierte sie Auftritte auf den Festivals Mujeres en la Música Nueva, des Kuandu Arts Festival, des Svensk Musikvår, des Kalv Festivalen, der Bludenzer Tage zeitgenössischer Musik und Tage neuer Musik Regensburg. Zu ihren jüngsten Kompositionsaufträgen und Kooperationen gehören Stücke für Departure Duo, ELISION, Ensemble Temporum, Ensemble Adapter, ensemble recherche und andere.
Rachel studierte an der University of Cincinnati College-Conservatory of Music, am China Conservatory of Music, an der Tsinghua University (wo sie ein Schwarzman-Stipendium erhielt) und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Sie hat Aufenthaltsstipendien am Banff Centre for Arts and Creativity und der Britten Pears Foundation erhalten. In 2022 ist sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude.

Beginn der Ausstellung: 18.6.2021
Öffnungszeiten: ganztägig durchs Schaufenster
Konzert: 16.7.2021    18,00 Uhr

Neuigkeiten zum Projekt auch unter https://www.instagram.com/rcwcomposer   und
https://www.instagram.com/thereisnoairinspace

Das Projekt wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover gefördert.

Mai/Juni 2021

Mai/Juni 2021

Anna Hita: Tabu
Zeichnung, Objekte und Video

Finissage: Sonntag, 13.6.2021    15.00-16.00 Uhr

(Bitte um Beachtung der AHA-Regeln)
Im jungen Werk der iranisch-deutschen Künstlerin ANNA HITA spielen Körper die zentrale Rolle, die Bedingungen von Haltung, Identität und Look. Schmerz und Erotik liegen nah beieinander, dazu die Vergänglichkeit der Dinge. Sie wechselte als Jugendliche das Land, die Religion, die Wissensgebiete, die Kultur. Früh begriff ANNA HITA, dass sich die Konstitution des Selbst nicht von der Produktion von Bedeutung trennen lassen kann.

Die Sprache des dauerhaften Exils, frei von den Erinnerungen des traumatisierten Körpers und den Sprachen ihrer Kindheit, nimmt sie zum Anlass, uns in kleinen Sequenzen Einblick zu gewähren in die Verletzlichkeit des Menschen. Es ist nicht die Darstellung des angenehm Unangenehmen, was die Grenze überschreitet. Es ist die Ambivalenz des Körperlichen selbst: Die Spannung zwischen Innen und Außen, zwischen Privatem und Öffentlichen, Verhüllen und Aufdecken. Jede Kultur produziert dazu ihre eigene Sprache und ihre Bilder.

In den winzig-zarten Gesten der figurativen Tuschezeichnungen, den überschriebenen Körperabgüssen aus Gips und einem Animationsvideo offenbart ANNA HITA die vitale Kraft der Verbindung und Erweiterung der reichen Tradition persischer und westlicher Bildsprachen.

ANNA HITA ist 1968 in Teheran geboren und glücklich aufgewachsen im Ran der 1970er Jahre. Mit 19 Jahren hat sie nach der Revolution das Land verlassen und lebt seitdem in Deutschland. Studiert hat ANNA HITA zuerst Diplom Textildesign an der Fachhochschule Hannover. Seit ihrem zweiten Abschluss in Bachelor of Arts in Szenografie-Kostüm-Experimentelle Gestaltung der Hochschule Hannover University of Applied Science and Arts arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Hannover.

Ausstellung vom 21.05.2021 bis 13.06.2021
Die Ausstellung ist ganztägig durch das große Schaufenster zu sehen. Für einen persönlichen Kontakt unter Einhaltung der bekannten Hygienebedingungen ist die Künstlerin freitags von 19.00 bis 20.30 und sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr anwesend.

Einen Rundgang durch die Ausstellung und Erläuterungen der Künstlerin zu ihrer Arbeit finden Sie hier
in einem Video auf youtube.

März/April 2021

März/April 2021

Malte Wulf: Stadtspaziergänge

Zeichnungen

Ausstellung  vom 19.März bis 11. April 2021 Verlängert bis  16.5.2021!
Die üblichen Präsenzzeiten des Künstlers entfallen ab dem 11.4.
Eine Kontaktaufnahme ist aber weiterhin unter malte@stadtzeichner.de möglich.

„Ich möchte beim Ersten Blick verweilen. Ich möchte den Ersten Blick auf die Stadt, in der ich lebe, gewinnen oder wiederfinden…“, notiert Franz Hessel in seinem 1929 erschienenen „Spazieren in Berlin“. Langsam durch belebte Straßen gehen oder radeln, ihre Veränderung spüren und sich um die Zukunft seiner Stadt kümmern, das treibt Malte Wulf um, Zeichner und Architekt, Stadtzeichner eben. Sehen Lernen ist eine der wichtigen Aufgaben im Studium der Kunst und Architektur. Doch anders als in den Ansichten, Iso- und Axonometrien eines seiner Bauprojekte und konträr zu den feinen Federzeichnungen und aquarellierten Stadtansichten als traditionelle Darstellungstechnik von Architekten, wählt Malte Wulf für seine Arbeiten die spontane Geste. Die Tiefe seiner Stadtansichten entsteht natürlich durch die Perspektive, durch Farben und durch Details, die Frage, wo man viele Details setzt, wo man wenig Details lässt oder wo man es sehr unscharf gestaltet, so Malte Wulf.

„Stift raus und los“, das ist Motto des Stadtzeichners: Das alte Rathaus an der Kreuzung Marktstraße, Eintauchen in die Limmerstraße oder die Lister Straße, mal kurz während der Büropause eingefangen. Das Skizzenbuch und einen Stift hat er immer dabei. Der Stadtzeichner Malte Wulf ist viel unterwegs, mit schönem Schwung über die Brücke, ein Blick auf das Wasser, die Tiefe des Raumes einer Straße erfassend, den Platz als Bad in der wilden Menge, die munteren Bewegungen der Passanten ebenso einfangend wie das blinkende Farbspektrum der Ampeln, das Kreuz und Quer der Straßenschilder. Es ist, als tönt aus den Zeichnungen ein orchestrales Nachbeben des Alltags. Architektur steht nicht im Vordergrund. Es geht Malte Wulf eher um Atmosphäre, Transformationen, Bewegungen, Farbklänge, die Rhythmik der Stadt: das Fließen und das Stagnieren im Raum.

Was es bedeutet heute die Straße und den öffentlichen Raum als Ort wiederzuentdecken, Gedanken fließen zu lassen, um draußen der geistigen und räumlichen Enge zu entkommen, auch um gesellschaftlichen Konventionen oder den pandemischen Beschränkungen zu entfliehen, das haben wir alle in diesem letzten Jahr erlebt. Um so besser ist der von Malte Wulf zitierten „biedermeierischen Rückkehr ins Private“ mit Aufmerksamkeit zu entkommen und sich mit Genuss seinen wunderbaren Stadtgeschichten hinzuwenden.

Vernissagenparty und Weintheke, das können wir im Moment nicht bieten. Die aktuellen Inzidenzzahlen und Coronaregelungen sind ja bekannt. Aber trotzdem ist die Ausstellung als Schaufensterausstellung zu genießen.
Als solche ist sie ganztägig geöffnet!

Einen Eindruck von der Ausstellung und ein Gespräch mit Malte Wulf gibt es auf youtube.

Weitere Einblicke auf dem instagram-Account des Künstlers.

Und hier der Link zu einem Bericht der HAZ:
https://m.haz.de/Nachrichten/Kultur/Region/Malte-Wulf-portraetiert-Hannover-Poesie-der-Stadt

Und wenn wir ganz optimistisch sind, dann hoffen wir auf die Möglichkeit einer Finissage.
Und wer mit dem Künstler in Kontakt treten will, Fragen oder Anmerkungen übermitteln möchte, der kann dies gern unter malte@stadtzeichner.de tun.
Februar/März 2021

Februar/März 2021

14 Jahre j3fm
Unser Schaufenster bietet die Möglichkeit, auf 14 Jahre j3fm zurückzublicken.
24 Stunden am Tag zeigen wir abwechselnd 350 Bilder von j3fm-Ausstellungen.
Die Dia-Schau läuft  bis zum 14.3.2021

 

Übrigens: Die ursprünglich angekündigte Ausstellung von Kerstin Günther wird auf 2021 verschoben.
Die für März/April angekündigte Ausstellung von Malte Wulf wird stattfinden.
In welcher Form das möglich sein wird, hängt von den Umständen ab.