November/Dezember 2021

November/Dezember 2021

Abel Dewitz: Von Steinen und Pflanzen

Holzschnitte in japanischer Technik

Abel Dewitz zeigt Farbholzschnitte, die die klaren Formen dieser Drucktechnik mit der Transparenz, Leichtigkeit und Leuchtkraft von Aquarellen verbinden.
Dies ist möglich, weil er nicht mit Ölfarben druckt, sondern die japanische Tradition des Holzschnitts, Mokuhanga genannt, verwendet. Dabei wird nur Wasser, reines Pigment und Stärkekleister benutzt.
Sein Gegenstand sind Naturformen. Sie entstehen durch Wachstum oder Zerfall, sind daher nicht rein zufällig, sondern zeigen in diesen Prozessen eine innere Logik und Regelhaftigkeit, ohne sich jemals identisch zu wiederholen.
Abel Dewitz begegnet seinem Sujet schrittweise, oft zunächst nahe am Gegenstand in seiner Individualität, danach oft eher den Formen und Strukturen nachspürend. So sucht er einen schmalen Grat zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Dabei ist klar, dass dies keine wirklichen Gegensätze sind, wie der amerikanische Maler Richard Diebenkorn so treffend gesagt hat:
„Alle Gemälde beginnen aus einer Stimmung heraus, aus einer Verbindung zu Dingen oder Menschen, aus einem ganzheitlichen visuellen Eindruck. Diesen Eindruck abstrakt zu nennen, scheint mir die Angelegenheit oft zu verwirren. Abstrakt heißt wörtlich etwas herausziehen oder trennen. In diesem Sinn ist jeder Künstler abstrakt, denn er muss sein eigenes Werk aus seinen visuellen Eindrucken schaffen. Eine realistische oder nicht-gegenständliche Herangehensweise macht keinen Unterschied. Das Ergebnis zählt.“
In seiner Auseinandersetzung mit der Natur vermeidet er plakative Aussagen zur Gefährdung der Natur ebenso wie die Anrufung einer romantischen Idylle.
Er lädt den Betrachter ein, die Formen und Strukturen, die im Wachsen und Vergehen sichtbar werden, genauer zu betrachten.

Eröffnung   Freitag, 19.11.2021   19.00 Uhr
Ausstellungsdauer:  19.11.- 12.12.2021
Öffnungszeiten:
freitags 19.00-20.30
sonntags 14.00-16.00

Die japanische Holzschnitt-Technik erläutert:   https://www.youtube.com/watch?v=ygrrQzloSUU

Die Öffnungszeiten am 5., 10. und 12.12. sind nach Verabredung verfügbar.
Bitte unter dewitz@j3fm.de melden.  Es gilt: geimpft oder genesen und aktueller Test.

Oktober/November 2021

Oktober/November 2021

Sofia Baronner: happycow
In der Reihe First Flush, der Kooperation zwischen dem Studiengang Experimentelle Gestaltung an der Hochschule Hannover und dem Kunstraum j3fm, präsentiert dieses Jahr die Studentin Sofia Baronner ihre Arbeiten.

Irritierende Erscheinungen sind Teil der künstlerischen Ideenfindung von Sofia Baronner. In ihrer Installation happycow nähert sie sich aus verschiedenen Perspektiven der industriell geprägten Landwirtschaft, in deren Mitte – zumindest im Milchland Niedersachsen – in der Werbung gerne Bilder von der glücklichen Kuh gezeichnet werden. Doch warum sollten die Schwarzbunte oder die Rotbunte, das braune Fleckvieh glücklich sein?

Sofia Baronners Installation ist ein ironisches Aufbegehren gegen Sphären kultureller Normen, die tief eintaucht in Gedanken darüber, wie eine industrialisierte Natur überhaupt noch intakt sein kann. Die junge Künstlerin greift in ihren Skulpturen, grafischen Arbeiten und in einer Animation die oberflächlichen Eindrücke einer Moderne auf, die nicht mehr objektiv, sondern nur noch als gefühlte Temperatur wahrgenommen werden kann, als eine Diskrepanz zwischen Schein und Sein. Welche Bedeutung hat dieses im Kanon der gesellschaftlichen Entwicklung des Menschen wichtige Nutztier denn heute noch für uns? Ohne eine politische Verquickung heraufzubeschwören, wie wir sie noch durch Klaus Staeck in seinem Plakat “Carstens reitet für Deutschland“ kennen, formt Sofia Baronner aus der Kuh eine oppositionelle Schönheit und wir sind angehalten hinzusehen auf die Mächtigkeit und Verletztheit dieses Tieres sowie die Aneignungen und Enteignungen von Körperlichkeiten durch den Menschen.
Sofia Baronner ist 1997 in Hannover geboren und studiert an der Hochschule Hannover Experimentelle Gestaltung. Zusammen mit Josephine Altmeyer gründete Sofia Baronner während des Studiums den Projektraum TANKE e.V.

Vernissage: Freitag,  15.10.2021   19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 15.10.- 14.11.2021

Öffnungszeiten: Sonntag 14.00-16.00 Freitag 19.00-20.30

Bitte beachten Sie, dass für den Besuch den Ausstellungsraumes die 3-G-Regeln gelten:
geimpft, genesen oder getestet

 

September/Oktober 2021

September/Oktober 2021

Schirin Fatemi : REFLEXIONEN
Malerei und Druckgrafik

Schirin Fatemi, die als Künstlerin in Mehrum bei Hannover und in Rom lebt und arbeitet, zeigt in dieser Ausstellung Werke, die das Verhältnis des Menschen zu natürlicher und kulturell geprägter Landschaft beleuchten. Dabei sind beide gleich fragil: die Menschen von der Natur, die verbleibende Natur vom Menschen abhängig.
Dieses wechselseitige Zusammenwirken im Spannungsfeld von Mensch und Natur ist ein zentrales Thema in ihren Arbeiten. Ihre Figuren schauen mit nachsinnendem Blick, sie betrachten, ertasten und suchen, ihre Blicke gehen in die Ferne, nach oben, in den Himmel, oder auf eine reflektierende Wasserfläche – es ist die Natur, die ihnen hier einen Spiegel vorhält und gleichzeitig ist die Natur immer stärker der Spiegel menschlicher Einwirkungen.
Es sind immer erlebte Situationen und selbst betretene Szenerien, aus denen diese Kompositionen entstehen. Vom ursprünglichen Motiv ausgehend entwickeln sich im Malprozess die Bildwelten in Farben und Formen in einer intensiven Farbigkeit, die subtil den realistischen Bezug verfremdet und überhöht. Mit den dabei entstehenden Neuentdeckungen in einem ständigen Dialog zu sein, ist Teil des künstlerischen Arbeitsprozesses.
Diese warme glühende Farbigkeit ihrer Arbeiten zieht auch den Betrachter in den Bann und
lädt ein, sich auf die Reflexionen einzulassen und sich dafür zu entscheiden, Teil dieser verzauberten Landschaften zu sein.

Vernissage: 17.9.2021- 19 Uhr
Die Ausstellung ist bis zum Sonntag, den 10.10. 2021 ganztägig durch das Schaufenster zu
sehen.
Öffnungszeiten:

freitags von 19.00-20.30

sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr.

Bitte beachten Sie, dass für den Besuch des Ausstellungsraumes die 3G-Regeln gelten:
Geimpft, genesen oder getestet.
Bitte Bescheinigungen/Apps bereithalten. Wir bitten auch im Außenbereich auf Abstand und
Maske zu achten.

August/September 2021

August/September 2021

Am Wochenende 4./5. September heißt es wieder von 12.00 bis 19.00 Uhr Zinnober und j3fm ist dabei.
Am Samstag um 17.30 gibt es eine Einführung in die neue Ausstellung und mit Sekt und Selters wird der j3fm-Preis an Mareike Poehling vergeben.
Achtung: Die Vernissage dieser Ausstellungfindet NICHT wie teilweise angegeben am Freitag, den 3.9., statt, sondern das Zinnoberwochenende ab Samstag 12.00 ist der Beginn dieser Ausstellung.
Bitte beachten Sie, dass für den Besuch des Ausstellungsraumes die 3-G-Regeln gelten: geimpft, genesen oder getestet.
Bitte Bescheinigungen bereithalten. Wir bitten auch im Außenbereich auf Abstand und Maske zu achten.
Mareike Poehling: Ausgelagerte Zustände
Installation.Im September zeigt der Kunstraum j3fm eine Ausstellung mit einer Installation der Künstlerin Mareike Poehling.
Sie erstreckt sich über beide Geschosse des Kunstraums.
Mit ausgelagerten Zuständen umschreibt Mareike Poehling das künstlerische Arbeiten als ein Hinausbringen, Hinstellen und zur Verfügung stellen von Innerem, von Gedanken, Betrachtungen, sprachlichen und vorsprachlichen.
Ausgelagerte Zustände aber meint auch das Auslagern eigener Zustände auf andere, auf Menschen, auf Gegenstände und damit verbundenen Projektionen des Eigenen: den eigenen Wahrnehmungen und Gefühlswelten. Die Resultate sind Improvisationen über ein unerschöpfliches Thema der Bildhauerei: Raum, der durch Material zugleich umschlossen, bestimmt und beseelt wird. Die Rauminstallationen von Mareike Poehling enthalten stets ein Netz aus Anspielungen und Verweisen, das sie aus vorgefundenen Gegenständen und aus ursprünglich funktional gedachten Objekten konstruiert. Diese Objekte aber haben längst jene Welt der Kausalität und Funktionalität überwunden, sie werden anders eingesetzt, geraten in neue Bindungen. Dabei wechseln sich Transparenz und Geschlossenheit ab und schaffen Perspektiven, die den Betrachter wie auf eine Entdeckungsreise auf engstem Raum mitnehmen. Der Weg führt vorbei an Dingen, die ihre ursprünglichen Funktionen nicht mehr ausfüllen, sondern deren Zusammenhang symbolhaft aufgeladen erscheint. Der Mensch darin aber ist nur ein Bestandteil dieses hermetischen Zusammenhangs aus Sichtbarem und Unsichtbarem.
Aus ihren ruhigen und äußerst konzentrierten feinsinnigen Reflexionen lässt Mareike Poehling Bilder entstehen, die sich weniger mit dem Äußeren der Dinge aufhalten, sondern die sofort einströmen in eine Welt, die unsere Gedanken und Gefühle beseelt.
Mareike Poehling erhält 2021 den j3fm Kunstpreis. Die Qualität ihrer Arbeiten und ihre künstlerische Entfaltung haben den j3fm Vorstand überzeugt und tief beeindruckt.
Mareike Pöhling ist 1981 in Hameln geboren. Sie hat von 2001-2007 Studium Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig studiert. Mareike lebt und arbeitet in Hannover.
Die Ausstellung ist bis zum Sonntag, den 12.9.2021 freitags von 19.00-20.30 und sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr zu sehen.
Juli/August 2021

Juli/August 2021

Die Kunst bei j3fm macht Sommerpause, aber zu sehen gibt es dennoch etwas:
den 24-Stunden-Schaufensterschoner. Er wird ausnahmsweise ohne den üblichen Eröffnungs-Umtrunk starten.
Ab  Feitag, 23.Juli:
Der 24-Stunden-Schaufensterschoner
mit über 300 Ausstellungsfotos

Und nach der Sommerpause eröffnen wir  die Ausstellung unserer diesjährigen Preisträgerin Mareike Poehling.
Diese Ausstellung beginnt (anders als üblich) am Freitag, den 3.9.2021. um 18.00 Uhr.
Am darauf folgenden Wochenende heißt es wieder Zinnober.