September/Oktober 2021

September/Oktober 2021

Schirin Fatemi : REFLEXIONEN
Malerei und Druckgrafik

Schirin Fatemi, die als Künstlerin in Mehrum bei Hannover und in Rom lebt und arbeitet, zeigt
in dieser Ausstellung Werke, die das Verhältnis des Menschen zu natürlicher und kulturell
geprägter Landschaft beleuchten. Dabei sind beide gleich fragil: die Menschen von der Natur,
die verbleibende Natur vom Menschen abhängig.
Dieses wechselseitige Zusammenwirken im Spannungsfeld von Mensch und Natur ist ein
zentrales Thema in ihren Arbeiten. Ihre Figuren schauen mit nachsinnendem Blick, sie
betrachten, ertasten und suchen, ihre Blicke gehen in die Ferne, nach oben, in den Himmel,
oder auf eine reflektierende Wasserfläche – es ist die Natur, die ihnen hier einen Spiegel
vorhält und gleichzeitig ist die Natur immer stärker der Spiegel menschlicher Einwirkungen.
Es sind immer erlebte Situationen und selbst betretene Szenerien, aus denen diese
Kompositionen entstehen. Vom ursprünglichen Motiv ausgehend entwickeln sich im
Malprozess die Bildwelten in Farben und Formen in einer intensiven Farbigkeit, die subtil den
realistischen Bezug verfremdet und überhöht. Mit den dabei entstehenden Neuentdeckungen
in einem ständigen Dialog zu sein, ist Teil des künstlerischen Arbeitsprozesses.
Diese warme glühende Farbigkeit ihrer Arbeiten zieht auch den Betrachter in den Bann und
lädt ein, sich auf die Reflexionen einzulassen und sich dafür zu entscheiden, Teil dieser
verzauberten Landschaften zu sein.

Vernissage: 17.9.2021- 19 Uhr
Die Ausstellung ist bis zum Sonntag, den 10.10. 2021 ganztägig durch das Schaufenster zu
sehen.
Öffnungszeiten:

freitags von 19.00-20.30

sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr.

Bitte beachten Sie, dass für den Besuch des Ausstellungsraumes die 3G-Regeln gelten:
Geimpft, genesen oder getestet.
Bitte Bescheinigungen/Apps bereithalten. Wir bitten auch im Außenbereich auf Abstand und
Maske zu achten.

August/September 2021

August/September 2021

Am Wochenende 4./5. September heißt es wieder von 12.00 bis 19.00 Uhr Zinnober und j3fm ist dabei.
Am Samstag um 17.30 gibt es eine Einführung in die neue Ausstellung und mit Sekt und Selters wird der j3fm-Preis an Mareike Poehling vergeben.
Achtung: Die Vernissage dieser Ausstellungfindet NICHT wie teilweise angegeben am Freitag, den 3.9., statt, sondern das Zinnoberwochenende ab Samstag 12.00 ist der Beginn dieser Ausstellung.
Bitte beachten Sie, dass für den Besuch des Ausstellungsraumes die 3-G-Regeln gelten: geimpft, genesen oder getestet.
Bitte Bescheinigungen bereithalten. Wir bitten auch im Außenbereich auf Abstand und Maske zu achten.
Mareike Poehling: Ausgelagerte Zustände
Installation.Im September zeigt der Kunstraum j3fm eine Ausstellung mit einer Installation der Künstlerin Mareike Poehling.
Sie erstreckt sich über beide Geschosse des Kunstraums.
Mit ausgelagerten Zuständen umschreibt Mareike Poehling das künstlerische Arbeiten als ein Hinausbringen, Hinstellen und zur Verfügung stellen von Innerem, von Gedanken, Betrachtungen, sprachlichen und vorsprachlichen.
Ausgelagerte Zustände aber meint auch das Auslagern eigener Zustände auf andere, auf Menschen, auf Gegenstände und damit verbundenen Projektionen des Eigenen: den eigenen Wahrnehmungen und Gefühlswelten. Die Resultate sind Improvisationen über ein unerschöpfliches Thema der Bildhauerei: Raum, der durch Material zugleich umschlossen, bestimmt und beseelt wird. Die Rauminstallationen von Mareike Poehling enthalten stets ein Netz aus Anspielungen und Verweisen, das sie aus vorgefundenen Gegenständen und aus ursprünglich funktional gedachten Objekten konstruiert. Diese Objekte aber haben längst jene Welt der Kausalität und Funktionalität überwunden, sie werden anders eingesetzt, geraten in neue Bindungen. Dabei wechseln sich Transparenz und Geschlossenheit ab und schaffen Perspektiven, die den Betrachter wie auf eine Entdeckungsreise auf engstem Raum mitnehmen. Der Weg führt vorbei an Dingen, die ihre ursprünglichen Funktionen nicht mehr ausfüllen, sondern deren Zusammenhang symbolhaft aufgeladen erscheint. Der Mensch darin aber ist nur ein Bestandteil dieses hermetischen Zusammenhangs aus Sichtbarem und Unsichtbarem.
Aus ihren ruhigen und äußerst konzentrierten feinsinnigen Reflexionen lässt Mareike Poehling Bilder entstehen, die sich weniger mit dem Äußeren der Dinge aufhalten, sondern die sofort einströmen in eine Welt, die unsere Gedanken und Gefühle beseelt.
Mareike Poehling erhält 2021 den j3fm Kunstpreis. Die Qualität ihrer Arbeiten und ihre künstlerische Entfaltung haben den j3fm Vorstand überzeugt und tief beeindruckt.
Mareike Pöhling ist 1981 in Hameln geboren. Sie hat von 2001-2007 Studium Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig studiert. Mareike lebt und arbeitet in Hannover.
Die Ausstellung ist bis zum Sonntag, den 12.9.2021 freitags von 19.00-20.30 und sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr zu sehen.
Juli/August 2021

Juli/August 2021

Die Kunst bei j3fm macht Sommerpause, aber zu sehen gibt es dennoch etwas:
den 24-Stunden-Schaufensterschoner. Er wird ausnahmsweise ohne den üblichen Eröffnungs-Umtrunk starten.
Ab  Feitag, 23.Juli:
Der 24-Stunden-Schaufensterschoner
mit über 300 Ausstellungsfotos

Und nach der Sommerpause eröffnen wir  die Ausstellung unserer diesjährigen Preisträgerin Mareike Poehling.
Diese Ausstellung beginnt (anders als üblich) am Freitag, den 3.9.2021. um 18.00 Uhr.
Am darauf folgenden Wochenende heißt es wieder Zinnober.

Juni/Juli 2021

Juni/Juli 2021

Rachel C. Walker, Jana De Troyer und Kelsey Cotton:
Aus Stille wird Klang

Installation und musikalisches Event

 

Für über drei Wochen ab 18.6.2021 verwandelt sich der Kunstraum j3fm in einen Experimentierraum für das Zusammenspiel von Kunst und Musik, das Komponieren, Üben, Proben, Schreiben von Texten. Rachel C. Walker, Jana De Troyer und Kelsey Cotton geben Einblicke in künstlerische Prozesse, die im Alltag eher unsichtbar sind.

„Aus Stille wird Klang“ ist eine Installation, die Arbeitsprozesse von Anfang bis zu Aufführung eines Schaufensterkonzerts präsentiert. Dieses findet 16. Juli statt. Die Künstlerinnen und Musikerinnen werden im Kunstraum für alle sichtbar, während sie für das Konzert arbeiten: von Meetings bis zum Proben, von Klangidee bis Klangerzeugung. Sie begrüßen Passanten, die am großen Schaufenster des j3fm-Kunstraums vorbeiflanieren, um durch das Fenster zu luken, um Einblick in die Konzertvorbereitungen zu erhalten. Diese Ausstellung entwickelt sich im Laufe des Monats täglich und bietet einen Einblick – ein Fenster – in den Arbeitsprozess der Künstlerinnen.

Am 16. Juli gibt es das Konzert bei j3fm mit Musik von Rachel Walker, J. De Troyer, Cotton, M. Applebaum, Aperghis. und der Kunstraum wird zum Performance-Raum: An diesem Tag verwandeln sich die Mitglieder des Ensembles „There is no air in Space“ selbst in eine lebendige Ausstellung, die über Lautsprecher Audiosignale auf die Straße senden. So können Passanten von der Straße aus sehen und hören, was im Raum passiert. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit, ein Konzert mit minimalem Infektionsrisiko zu geben, sondern auch eine Möglichkeit, sich der heutigen Herausforderung in der Kunst direkt zu stellen.

Die Künstlerinnen und Musikerinnen
TinaiS

„There is no air in Space“ ist ein zeitgenössisches Duo, das sich auf die Kreation, Aufführung und das Kurieren von dem Wunderlichen, Wilden und Wundervollen spezialisiert hat. TINAIS wurde von Jana De Troyer und Kelsey Cotton gegründet und wagt sich in neue Klangwelten und -räume, um die Grenzen von Saxophon und Stimme zu erkunden – zwei Instrumente, die von der Kraft des menschlichen Atems abhängen.

Individuell haben De Troyer und Cotton in Stilen von 80s Synth-Pop bis hin zur freien Improvisation und allem dazwischen gespielt. Zusammen haben sie ihre musikalische Erfahrung und Vielfalt in akustischen und elektronischen Konfigurationen auf Bühnen in ganz Europa gebracht.

TINAIS strebt danach, sich am Kern der neuen Musik zu bewegen und die musikalische Konvention durch unterschiedliche musikalische und performative Formen auf den Kopf zu stellen; das Duo bemüht sich ebenfalls um die Beauftragung, Programmierung und Aufführung von Musik durch Minderheiten und unterrepräsentierten kompositorischen Stimmen. „There is no air in Space“ bewegt sich gerade in Hamburg, Stockholm und im virtuelle Bereich.

Rachel C. Walker, Komponistin

Rachel C. Walker wurde 1994 in den USA geboren. Sie schreibt poetische, timbre-sensible Stücke, die sich aus ihrer intensiven Auseinandersetzung mit der chinesischen Volksmusik, der musikalischen Zeit und der Sprache ergeben. Ihre Musik wurde in den USA, China, Deutschland, Schweden, Portugal, Kanada, Kolumbien und Australien gehört, darunter absolvierte sie Auftritte auf den Festivals Mujeres en la Música Nueva, des Kuandu Arts Festival, des Svensk Musikvår, des Kalv Festivalen, der Bludenzer Tage zeitgenössischer Musik und Tage neuer Musik Regensburg. Zu ihren jüngsten Kompositionsaufträgen und Kooperationen gehören Stücke für Departure Duo, ELISION, Ensemble Temporum, Ensemble Adapter, ensemble recherche und andere.
Rachel studierte an der University of Cincinnati College-Conservatory of Music, am China Conservatory of Music, an der Tsinghua University (wo sie ein Schwarzman-Stipendium erhielt) und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Sie hat Aufenthaltsstipendien am Banff Centre for Arts and Creativity und der Britten Pears Foundation erhalten. In 2022 ist sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude.

Beginn der Ausstellung: 18.6.2021
Öffnungszeiten: ganztägig durchs Schaufenster
Konzert: 16.7.2021    18,00 Uhr

Neuigkeiten zum Projekt auch unter https://www.instagram.com/rcwcomposer   und
https://www.instagram.com/thereisnoairinspace

Das Projekt wird vom Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover gefördert.

Mai/Juni 2021

Mai/Juni 2021

Anna Hita: Tabu
Zeichnung, Objekte und Video

Finissage: Sonntag, 13.6.2021    15.00-16.00 Uhr

(Bitte um Beachtung der AHA-Regeln)
Im jungen Werk der iranisch-deutschen Künstlerin ANNA HITA spielen Körper die zentrale Rolle, die Bedingungen von Haltung, Identität und Look. Schmerz und Erotik liegen nah beieinander, dazu die Vergänglichkeit der Dinge. Sie wechselte als Jugendliche das Land, die Religion, die Wissensgebiete, die Kultur. Früh begriff ANNA HITA, dass sich die Konstitution des Selbst nicht von der Produktion von Bedeutung trennen lassen kann.

Die Sprache des dauerhaften Exils, frei von den Erinnerungen des traumatisierten Körpers und den Sprachen ihrer Kindheit, nimmt sie zum Anlass, uns in kleinen Sequenzen Einblick zu gewähren in die Verletzlichkeit des Menschen. Es ist nicht die Darstellung des angenehm Unangenehmen, was die Grenze überschreitet. Es ist die Ambivalenz des Körperlichen selbst: Die Spannung zwischen Innen und Außen, zwischen Privatem und Öffentlichen, Verhüllen und Aufdecken. Jede Kultur produziert dazu ihre eigene Sprache und ihre Bilder.

In den winzig-zarten Gesten der figurativen Tuschezeichnungen, den überschriebenen Körperabgüssen aus Gips und einem Animationsvideo offenbart ANNA HITA die vitale Kraft der Verbindung und Erweiterung der reichen Tradition persischer und westlicher Bildsprachen.

ANNA HITA ist 1968 in Teheran geboren und glücklich aufgewachsen im Ran der 1970er Jahre. Mit 19 Jahren hat sie nach der Revolution das Land verlassen und lebt seitdem in Deutschland. Studiert hat ANNA HITA zuerst Diplom Textildesign an der Fachhochschule Hannover. Seit ihrem zweiten Abschluss in Bachelor of Arts in Szenografie-Kostüm-Experimentelle Gestaltung der Hochschule Hannover University of Applied Science and Arts arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Hannover.

Ausstellung vom 21.05.2021 bis 13.06.2021
Die Ausstellung ist ganztägig durch das große Schaufenster zu sehen. Für einen persönlichen Kontakt unter Einhaltung der bekannten Hygienebedingungen ist die Künstlerin freitags von 19.00 bis 20.30 und sonntags von 14.00 bis 16.00 Uhr anwesend.

Einen Rundgang durch die Ausstellung und Erläuterungen der Künstlerin zu ihrer Arbeit finden Sie hier
in einem Video auf youtube.